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Dialektik Titel

Inhalt

Thesen zur
Wahrheit, Ideologie, Irrationalität
und zur
Verantwortung der Intellektuellen
Gegen die docta ingnorantia

Thesen zur materialistischen Dialektik, negativen Ontologie und materialistischen Ethik

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Auf Wunsch unserer Leser geben wir hier eine Kurzfassung unserer philosophischen Auffassung. Diese Thesen könne nur eine erste Orientierung und Positionsbestimmung sein. Der Verweis auf die Literatur gibt den Interessierten die Möglichkeit, das hier Dargestellte zu vertiefen.

(Siehe dazu auch den obigen Beitrag: Was ist Vernunft...)

Thesen zur
materialistischen Dialektik negativen Ontologie
und materialistischen Ethik

  Materialistische Dialektik

  Bei der Organisation der empirischen Daten gilt der Vorrang des Objekts gegenüber der theoretischen Konstruktion.

  Geist, Seele, Immaterielles einerseits und die Welt der Körper, des Materiellen sind je eigene Bereiche, die aber in Wechselwirkung miteinander stehen.

  Das individuelle Bewusstsein basiert auf dem Köper (Gehirn). Denken und Körper üben wechselseitigen Einfluss aufeinander aus. Das Denken wirkt über den Willen, anderserseits wirken sich körperliche Einflüsse auf das Bewusstsein aus, z.B. über die Sinne.

  Das Verhältnis von Körper und Seele, Gehirn und Bewusstsein ist nur dialektisch zu fassen, d.h., sie sind voneinander unabhängig und doch aufeinander angewiesen. Jede Lösung dieses Widerspruchs zugunsten einer Seite führt zur falschen Konstruktion dieses Verhältnisses (Idealismus – physikalischer Materialismus). Die genaue Bestimmung dieser Wechselwirkung ist Sache der empirischen und historischen Forschung, soweit sie auf Gesetzmäßigkeiten beruht und nicht Spontaneität des Denkens betrifft. Diese Spontaneität lässt sich nicht theoretisch fassen - lediglich im Nachhinein beschreiben.  

   Dialektik ist das Begreifen von Widersprüchen. Sie ist die avancierte Gestalt der Logik. Auch für die Dialektik gilt der Satz vom zu vermeidenden Widerspruch. Erst wenn sie mittels dieses Satzes die jeweilige Problematik bis zum Ende reflektiert, kann sie Denkwidersprüche als logische Fehler von Widersprüchen in der Sache oder von notwendigen Denkwidersprüchen, die eingegangen werden müssen, um die Problematik zu begreifen, oder von Paradoxien des Denkens unterscheiden.

  Die Dialektik ist das reine Selbstbewusstsein des Menschen. Dialektik ist als Logik die rationale Bedingung der Möglichkeit wahrer Wissenschaft. Ihre Regeln sind aufgehobener Naturzwang. Logische Fehler sind ein Kennzeichen falscher Wissenschaft. Logische Stimmigkeit ist aber nur ein notwendiges Kriterium der Wahrheit, aber noch kein hinreichendes. Erst die Bewährung der wissenschaftlichen Resultate im Experiment oder in der Praxis machen eine stimmige Theorie, die alle Erscheinungen ihres Gegenstandsbereiches prinzipiell erklären kann, zu einer wahren Theorie.

  Literatur:

Peter Bulthaup: Idealistische und materialistische Dialektik, in: Ders.: Das Gesetz der Befreiung. Und andere Texte, Lüneburg 1998, S. 119 – 146.

Bodo Gaßmann: Logik. Kleines Lehrbuch des menschlichen Denkens. Begriff, Urteil, Schluß und von der wissenschaftlichen Methode, Garbsen 1994.

In letzter Zeit neu erschienen:

Hans-Georg Bensch: Perspektiven des Bewußtseins. Hegels Anfang der Phänomenologie des Geistes, Würzburg 2005.

Frank Kuhne: Selbstbewußtsein und Erfahrung bei Kant und Fichte. über Möglichkeiten und Grenzen der Transzendentalphilosophie, Hamburg 2007.

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  Negative Ontologie

  Da wir von der Außenwelt nur etwas über die Sinne erfahren, muss eine grundsätzliche Differenz zwischen dem unerkennbaren Grund der Erscheinungen in der extramentalen Sphäre und diesen Erscheinungen in unserem Bewusstsein angenommen werden. Die Außenwelt für uns ist nicht gleichzusetzen mit der an sich seienden Außenwelt. Es gibt keine intentio recta.

  Alle Versuche, die theoretische Konstruktion der Erscheinungen zum extramentalen Seienden (Sein an sich) zu erklären wie z.B. in der Widerspiegelungsthese, scheitern schon daran, dass eine solche Konstruktion immer nur den gegenwärtigen Stand des Denkens darstellen kann. Andererseits sind wahre Erkenntnisse, die logisch stimmig und die zur Bedingung der Möglichkeit der gesellschaftlichen Existenz geworden sind, durchaus als etwas anzuerkennen, das in der Außenwelt Aspekte des Seienden trifft. Da aber in jeder theoretischen Konstruktion Interessen oder menschliche Zwecke eingehen, in den Naturwissenschaften z.B. der Zweck, Teile der Natur zu beherrschen, muss auf der Differenz zwischen der mentalen Erkenntnis und ihrem extramentalen Korrelat, das nur unabhängig vom diskursiven Denken gedacht werden kann, bestanden werden.

  Da Organismen die Naturgesetze, die bei ihrer Genesis mitwirken, auf ein Telos hin organisieren, diese Zweckmäßigkeit aber der empirischen Beobachtung entzogen ist, muss ein intelligibles Substrat analog zum Korrelat des Denkens von Allgemeinheiten angenommen werden, das dieser Zweckmäßigkeit  und dem Allgemeinen zu Grunde liegt.

  Das notwendig anzunehmende Korrelat der Erscheinungen, des Denkens von Allgemeinen und der Zweckmäßigkeit lässt sich aber nicht positiv bestimmen. Da es notwendig unterstellt werden muss, ist rational nur eine negative Ontologie denkbar. Sie sagt, dass es dieses Korrelat gibt, ohne es zu bestimmen. 

  Literatur:

Kant: Kritik der reinen Vernunft

Kant: Kritik der Urteilskraft

Karl Heinz Haag: Der Fortschritt in der Philosophie, Ffm. 1983.

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   Materialistische Ethik

  Objektiv lässt sich Moral nur aus der Vernunft begründen. Eine bloß subjektive Moral wie z.B. im Utilitarismus ist in den Interessenkampf der kapitalistischen Gesellschaft verquickt und deshalb ein Teil dieser schlechten Wirklichkeit. Vernünftig begründete Moral folgt dem kategorischen Moralgesetz: „Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“ (Kant: Gr.d.M.d.S., BA 66 f.)

  Jeder Verstoß gegen das Moralgesetz schädigt andere Menschen. Die kapitalistische Ausbeutung der Lohnabhängigen widerspricht dem Moralgesetz, weil im Verhältnis von Arbeitskraft und Kapital unter dem Schein von Äquivalententausch den Lohnabhängigen ein Nichtäquivalent ökonomisch abgepresst wird. Diese Ökonomie macht die Menschen tendenziell zu bloßen Mitteln der Mehrwertproduktion. Die Anarchie des Marktes und die Unbeherrschbarkeit des kapitalistischen Systems als Ganzes einschließlich seiner politischen Sphäre verhindert die praktische Autonomie der Menschen, die vom Moralgesetz gefordert wird.

  Da man im Kapitalismus nicht nach dem Moralgesetz leben kann, bestenfalls partiell in Nischen, verlangt das Moralgesetz die Abschaffung dieser Produktionsweise. Die Vernunft des Moralgesetzes entspricht dadurch den objektiven Interessen der Lohnabhängigen, d.h. ca. 90 % der Bevölkerung, letztlich aller Menschen.

  Die Reflexion der Bedingungen, welche die Verwirklichung des Moralgesetzes verhindern, und die Herstellung der Bedingungen der Möglichkeit, dem Moralgesetz Geltung zu verschaffen, d.i. Sozialismus,  ist das materialistische Moment dieser Ethik.

  Solange eine sozialistische Gesellschaft sich nicht etabliert hat, bleiben diejenigen, die für eine andere Ordnung der Menschen kämpfen, in die kapitalistischen Mechanismen verstrickt. Für sie gilt die Ethik des Widerstandes. Sie berücksichtigt die Zweck-Mittel-Dialektik ihres Handelns und folgt dem pragmatischen Grundsatz, der historisch-hypotetisch ist:

  Veränderer „müssen ihre Mittel des Handelns mit Erfahrung und Augenmaß einsetzen nach der Regel, immer die dem Moralgesetz adäquatesten Mittel zu verwenden, soweit dies die antagonistischen Verhältnisse zulassen. Sie dürfen unmoralische Mittel und Opfer nur in Kauf nehmen, wenn diese ihnen durch die Gewalt der Verhältnisse aufgezwungen werden und auf andere Art die Selbsterhaltung nicht möglich ist.“ (Gaßmann, S. 157)

  Literatur:

Immanuel Kant: Grundlegung der Metaphysik der Sitten. Kritik der praktischen Vernunft, Ffm. 1974.

Karl Marx: Das Kapital

Bodo Gaßmann: Ethik des Widerstandes. Abriß einer materialistischen Moralphilosophie, Garbsen 2001.  

Bodo Gaßmann: Kritik der Wertphilosophie I-III, in: Erinnyen Nr. 16,17,18. Zu den Ausgaben...

Frank Kuhne: Selbstbewußtsein und Erfahrung bei Kant und Fichte. über Möglichkeiten und Grenzen der Transzendentalphilosophie, Hamburg 2007.

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Letzte Aktualisierung:  24.03.2008

                                                                              
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